Ein Versprechen
Nachdem mich auch die Sammelleidenschaft gepackt hat, gab
ich Basti prompt das Versprechen sein Zettelweg am Grottenwart
nachzusteigen…immerhin fehlte er mir ja noch. In dem Moment nichts ahnend und
vielleicht etwas naiv, der AW für IV würde schon irgendwie gehen. Leider wurde
mir erst später bewusst, dass man in der RAF bestimmt keinen schönen
Wandkletterei als Zettelwege bekommt und man schon irgendwie Riss klettern
sollte / können muss. Na ja ein Blick in den Kletterführer bestätigte meine
Befürchtungen auch noch, allerdings steht nichts von seiner breite dabei, aber
nach einer kurzen Unterhaltung mit Michi wurde es nur noch schlimmer…zu breit
um Hand zu klemmen und zu schmal, um ihn als Kamin zu bewältigen. Nachdem ich
dann auch noch erfuhr, das es schon ein Langzeitprojekt von Basti ist
(geringfügig ein paar Jahre)…waren meine Zweifel, es zu schaffen so groß, dass
ich am Liebsten geflüchtet wäre.
Am 10. November war es soweit. Mit Sack und Pack, sowie eine
Thermoskanne heißen Kirschsaft konnte es losgehen. Auf dem Weg zum Gipfel,
merkte ich, dass ich viel zu viel an hatte und mich erstmal mehrerer Sachen
entledigte. Mit dem Nachteil, das auf der oberen Affensteinpromenade so ein
Wind wehte, das ich sofort den größten Teil davon wieder anzog.
Nun standen wir vor dem Objekt unserer Begierde, während wir
uns umzogen, stieß noch, wie verabredet, Matze zu uns. Nun waren wir komplett
und es konnte losgehen.
Der erste Meter gelang ihm richtig gut, aber dafür musste
man auch noch nicht Riss klettern ;). Im nächsten Abschnitt lies sich Basti
etwas mehr Zeit, erstens war zu klären, wie rum hinein und nachdem das geklärt
war, wie bekommt man den Fuß von der Außenwand weg ohne aus dem Riss zu fallen.
Wie ich später erfahren sollte, blieb mir das Problem auch nicht erspart, aber
immerhin war ich im Nachstieg. Cm für cm quetschte, schob und schubberte sich
Basti nach oben, frei nach dem Motto 3cm vor und 5cm zurück ;). Der Arme
kämpfte, aber eigentlich war er ja selber daran schuld, wer lässt sich schon von
einem Club aufnehmen, der RissAnstiegsFreunde heißt?! ;)
Nach einem gefühlten endlosen Kampf, kam Basti erstmal
wieder runter. Tinchen, Michael und Matze schauten sich der Weile nach anderen
Gipfeln um. Ich blieb vorsichtshalber bei Basti, falls er doch noch einen
Versuch wagen wollte, auch wenn nichts zu legen und damit wenig abzusichern
war, konnte ich ihm vielleicht moralisch helfen.
Überraschend unternahm er doch einen 2. Versuch, dem
Grottenwart auf dem Leib zu rücken. Und diesmal ging alles ziemlich schnell. Er
war ruck zuck an der Stelle, wo er beim ersten mal wieder runter gekommen ist
und diesmal klappte das Hacke-Spitze-Prinzip viel besser und es wurden nur noch
Meter nach oben gemacht. Als Basti auf dem Zwischenabschnitt angekommen war,
wurde mir erstmal bewusst, dass ich das Ganzen jetzt ebenfalls klettern sollte…oh
Mann, das konnte was werden…ich in einem Riss, wo man sich wunderbar drin
verstecken konnte, ohne dabei einen cm vorwärts zu kommen ;)
Im nach hinein war es schon ganz schon anstrengend und meine
linke Seite sollte mir das mit einem kräftigen Muskelkater auch danken. Wobei
ich vom klettern her, mir auch erst das Hacke-Spitze-Prinzip angewöhnen musste,
um mich wenige cm hoch zu quetschen. Auf einmal war mir nicht mehr so kalt und
im wohltemperiert kam ich bei Basti an. Wow geschafft, natürlich konnte ich es
wieder nicht lassen, meinen Vorsteiger als Irre zu betiteln, so was zu wagen
;)…nochmals Entschuldigung dafür.
Da Tinchen und Michael den Grottenwart schon hatten, kam nur
noch Matze von mir gesichert hinterher. Nach wenigen Minuten gesellte er sich
zu mir, als ob er den lieben langen Tag nichts anderes machen würde ;).
Auf den restlichen Weg zum Gipfel empor, blieb ich noch mal
erfolgreich im Kamin stecken, meckerte rum und holte mir noch zusätzlich ein
paar blaue Knie…“und jaaa es macht durch aus Spaß klettern zu gehen!!! ;)“
Auf dem Gipfel ging alles ziemlich schnell, da uns doch
durch den Wind ziemlich kalt wurde.
Unten angekommen genehmigte ich mir erstmal was von meinem
heißen Kirschsaft und teilte diesen auch sehr gerne mit den anderen Fröstelnden
;)
Wir packten unsere „sieben Sachen“ zusammen und machten uns
auf dem Heimweg. Als ob wir es perfekt geplant hätten, fing es genau am Auto an
mit regnen.
Fazit: Ich war bis jetzt noch nicht oft, so stolz auf
Jemanden, im Vorstieg einen Weg / Gipfel geschafft zu haben…
Und Riss zu klettern ist ANSTRENGEND!!!

Meinst du etwa ich sitze die Vorstiege auf der linken Arschbacke ab????
AntwortenLöschenDer Weg sieht so garni mal schlecht aus - könnte man mal probieren. Glückwunsch an Basti!
DD
Nein, das denke ich nicht, ausführlicher Begründung: siehe Mail ;oP
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