10. November 2012

2012-11-10 Ein Versprechen



Ein Versprechen

 Nachdem mich auch die Sammelleidenschaft gepackt hat, gab ich Basti prompt das Versprechen sein Zettelweg am Grottenwart nachzusteigen…immerhin fehlte er mir ja noch. In dem Moment nichts ahnend und vielleicht etwas naiv, der AW für IV würde schon irgendwie gehen. Leider wurde mir erst später bewusst, dass man in der RAF bestimmt keinen schönen Wandkletterei als Zettelwege bekommt und man schon irgendwie Riss klettern sollte / können muss. Na ja ein Blick in den Kletterführer bestätigte meine Befürchtungen auch noch, allerdings steht nichts von seiner breite dabei, aber nach einer kurzen Unterhaltung mit Michi wurde es nur noch schlimmer…zu breit um Hand zu klemmen und zu schmal, um ihn als Kamin zu bewältigen. Nachdem ich dann auch noch erfuhr, das es schon ein Langzeitprojekt von Basti ist (geringfügig ein paar Jahre)…waren meine Zweifel, es zu schaffen so groß, dass ich am Liebsten geflüchtet wäre.
Am 10. November war es soweit. Mit Sack und Pack, sowie eine Thermoskanne heißen Kirschsaft konnte es losgehen. Auf dem Weg zum Gipfel, merkte ich, dass ich viel zu viel an hatte und mich erstmal mehrerer Sachen entledigte. Mit dem Nachteil, das auf der oberen Affensteinpromenade so ein Wind wehte, das ich sofort den größten Teil davon wieder anzog.
Nun standen wir vor dem Objekt unserer Begierde, während wir uns umzogen, stieß noch, wie verabredet, Matze zu uns. Nun waren wir komplett und es konnte losgehen.
Der erste Meter gelang ihm richtig gut, aber dafür musste man auch noch nicht Riss klettern ;). Im nächsten Abschnitt lies sich Basti etwas mehr Zeit, erstens war zu klären, wie rum hinein und nachdem das geklärt war, wie bekommt man den Fuß von der Außenwand weg ohne aus dem Riss zu fallen. Wie ich später erfahren sollte, blieb mir das Problem auch nicht erspart, aber immerhin war ich im Nachstieg. Cm für cm quetschte, schob und schubberte sich Basti nach oben, frei nach dem Motto 3cm vor und 5cm zurück ;). Der Arme kämpfte, aber eigentlich war er ja selber daran schuld, wer lässt sich schon von einem Club aufnehmen, der RissAnstiegsFreunde heißt?! ;)
Nach einem gefühlten endlosen Kampf, kam Basti erstmal wieder runter. Tinchen, Michael und Matze schauten sich der Weile nach anderen Gipfeln um. Ich blieb vorsichtshalber bei Basti, falls er doch noch einen Versuch wagen wollte, auch wenn nichts zu legen und damit wenig abzusichern war, konnte ich ihm vielleicht moralisch helfen.
Überraschend unternahm er doch einen 2. Versuch, dem Grottenwart auf dem Leib zu rücken. Und diesmal ging alles ziemlich schnell. Er war ruck zuck an der Stelle, wo er beim ersten mal wieder runter gekommen ist und diesmal klappte das Hacke-Spitze-Prinzip viel besser und es wurden nur noch Meter nach oben gemacht. Als Basti auf dem Zwischenabschnitt angekommen war, wurde mir erstmal bewusst, dass ich das Ganzen jetzt ebenfalls klettern sollte…oh Mann, das konnte was werden…ich in einem Riss, wo man sich wunderbar drin verstecken konnte, ohne dabei einen cm vorwärts zu kommen ;)
Im nach hinein war es schon ganz schon anstrengend und meine linke Seite sollte mir das mit einem kräftigen Muskelkater auch danken. Wobei ich vom klettern her, mir auch erst das Hacke-Spitze-Prinzip angewöhnen musste, um mich wenige cm hoch zu quetschen. Auf einmal war mir nicht mehr so kalt und im wohltemperiert kam ich bei Basti an. Wow geschafft, natürlich konnte ich es wieder nicht lassen, meinen Vorsteiger als Irre zu betiteln, so was zu wagen ;)…nochmals Entschuldigung dafür.
Da Tinchen und Michael den Grottenwart schon hatten, kam nur noch Matze von mir gesichert hinterher. Nach wenigen Minuten gesellte er sich zu mir, als ob er den lieben langen Tag nichts anderes machen würde ;).
Auf den restlichen Weg zum Gipfel empor, blieb ich noch mal erfolgreich im Kamin stecken, meckerte rum und holte mir noch zusätzlich ein paar blaue Knie…“und jaaa es macht durch aus Spaß klettern zu gehen!!! ;)“
Auf dem Gipfel ging alles ziemlich schnell, da uns doch durch den Wind ziemlich kalt wurde.
Unten angekommen genehmigte ich mir erstmal was von meinem heißen Kirschsaft und teilte diesen auch sehr gerne mit den anderen Fröstelnden ;)
Wir packten unsere „sieben Sachen“ zusammen und machten uns auf dem Heimweg. Als ob wir es perfekt geplant hätten, fing es genau am Auto an mit regnen.

Fazit: Ich war bis jetzt noch nicht oft, so stolz auf Jemanden, im Vorstieg einen Weg / Gipfel geschafft zu haben…
Und Riss zu klettern ist ANSTRENGEND!!!

2 Kommentare:

  1. Meinst du etwa ich sitze die Vorstiege auf der linken Arschbacke ab????
    Der Weg sieht so garni mal schlecht aus - könnte man mal probieren. Glückwunsch an Basti!
    DD

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  2. Nein, das denke ich nicht, ausführlicher Begründung: siehe Mail ;oP

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